Ulli Ehrlich: „Tracht ist ein Bekenntnis“

20 Fragen, 20 Antworten – die Feschionista Ulli Ehrlich vom Label Sportalm höchstpersönlich

Sportalm-Chefin Ulli Ehrlich, Designerin aus Kitzbühel und kreative Kraft hinter der alpinen Modemarke Sportalm
Ulli Ehrlich, Chefdesignerin und Geschäftsführerin von Sportalm, prägt mit ihrem Gespür für Materialien, Schnitte und alpine Ästhetik seit Jahren den unverwechselbaren Stil der Marke aus Kitzbühel.

Ulli Ehrlich liebt Sinnlichkeit – und bei Sportalm macht sie genau daraus ein Markenzeichen: Als Chefdesignerin und Geschäftsführerin sorgt sie maßgeblich dafür, dass Qualität, Stil und Raffinesse Hand in Hand gehen. Mit einem feinen Gespür für Materialien, Schnitte und Details gestaltet sie Mode, die klassische Eleganz mit moderner Leichtigkeit verbindet – von sportlich-eleganten Dirndl-Interpretationen über hochwertige Lederjacken bis hin zu luxuriösen Accessoires, die die österreichische Tracht neu denken. Auch privat ist die Österreicherin „ein Genussmensch“, wie sie selbst sagt. Sie bezeichnet frisch gepressten Saft aus Äpfeln und Karotten als ihre persönliche Droge und liebt gutes Essen – vor allem indisch, mit „all den verschiedenen Gerüchen, Soßen, Kräutern und Gewürzen.“ Klar, das sei nichts, was man in Kitzbühel bekommt – aber kulinarisch gilt für sie dasselbe Prinzip wie bei ihrer Mode: Tradition darf modern interpretiert werden, damit das Ergebnis unverwechselbar bleibt – und mit einer ganz eigenen Note.

Tracht bedeutet für mich …
… Lebensgefühl, Heimat und Identität. Es ist die Kleidungsform, die diese Begriffe am allerschönsten zum Ausdruck bringt. Tracht ist ein Bekenntnis und für mich eine Herzensangelegenheit.

Alpine Mode ist …
… ähnlich wie Tracht. Weil sie auch Sehnsüchte erweckt und mit guten Gefühlen sowie Momenten verknüpft wird – sie geht über die Kleidung an sich hinaus. Man hat sofort ein Bild im Kopf: sieht Berge, riecht Heu … alpine Mode ist emotionsgeladen.

Mein persönliches Stilmerkmal ist …
… variationsreich. Ich habe nicht den Stil – man fühlt sich ja nicht immer gleich, sondern hat unterschiedliche Bedürfnisse oder auch Anlässe. Die Klammer ist aber, dass alles lebensfroh ist.

Meine Stil-Ikone ist …
… Iris Apfel. Weil sie für sich einen Stil erschaffen, ihr Ding gemacht und sich nicht um Schönheitsideale oder Konventionen geschert hat. Das, was sie gespürt hat, brachte sie zum Ausdruck.

Mein Lieblings-Schmuckstück ist …
… eine Halskette mit fünf Schutzengel-Anhängern von je einem meiner Kinder. Die haben sie traditionell zur Geburt von Oma, Opa oder anderen Familienmitgliedern geschenkt bekommen und ich habe sie alle an einer Kette gesammelt.

Eine Uhr trage ich …
… als Accessoire. Bis vor fünf Jahren hatte ich überhaupt keine Uhr – man hat ja das Handy, an dem man die Zeit ablesen kann. Jetzt habe ich sie als cooles Accessoire entdeckt.

Das Letzte, was ich gekauft und geliebt habe, war …
… ich kaufe tatsächlich fast nichts außer Schuhen. Aber zu denen habe ich keine Liebesbeziehung (lacht). Deshalb nehme ich mein wunderschönes Vivienne-Westwood-Abendkleid, das ich mir zur Feier von 70 Jahre Sportalm gekauft habe.

Ich habe eine Sammlung von …
… schönen Erinnerungen. Meine aktuellste ist von einem Tag, als meine Kinder – die ansonsten überall verstreut leben – alle bei mir zu Hause zum Mittagessen waren. Und dann sitzen wir zusammen, alle reden wild durcheinander, es ist laut. Wir sind übrigens ein echter Hotelschreck. Aber da ist mir das letzte Mal so richtig das Herz aufgegangen.

Das letzte Kleidungsstück, das ich in meinen Kleiderschrank aufgenommen habe, war …
… die neue Kollektion von Sportalm. Mein Favorit ist eine blousonartige Lederjacke aus Fake-Leder.

Das Körperpflege-Produkt, auf das ich nicht verzichten kann, ist …
… Zahnpasta. Am liebsten die von Weleda ohne Fluorid.

Ein Ort, der mir viel bedeutet, ist …
… Kitzbühel. Es ist meine Heimat, unglaublich schön und meine Kinder sind hier geboren und aufgewachsen. Für mich ist es ein Privileg, hier leben zu dürfen. Außerdem vereint es so viel: Herzlichkeit, Natur, Sport – aber auch Glamour und internationale Jet-Set-Vibes.

Mein Lieblingsgebäude ist …
… mein Haus.

Mein Lieblingsraum in meiner Wohnung ist …
… mein Badezimmer, weil es so schön ruhig und warm ist. Mein Schlafzimmer ist immer eher kühl und im restlichen Haus ist immer was los. In meinem Badezimmer steht sogar eine Couch und da liege ich oft und lese. Aktuell zum Beispiel „Hopium“ von Tom Oliver Regenaue.

In meinem Kühlschrank findet man immer …
… Zitronen, für mein warmes Zitronenwasser morgens, und Schokolade. Am liebsten Bitterschokolade mit Mandeln und Salz.

Ich habe kürzlich wiederentdeckt …
… Duolingo zum Sprachen lernen oder perfektionieren. Da übe ich gerade wieder Französisch und Italienisch.

Ein Genuss, auf den ich nie verzichten würde, ist …
… die Natur. Am liebsten gleich in der Früh, sonst nach der Arbeit oder am Wochenende. Manchmal gehe ich spazieren oder aber ich sitze einfach nur in der Sonne und lese.

Das beste Geschenk, das ich erhalten habe, …
… sind meine Kinder.

Ein Gegenstand, von dem ich mich nie trennen könnte, ist …
… da fällt mir keiner ein – da wäre ich emotionslos.

Der beste Ratschlag, den ich bisher erhalten habe, ist …
… kein „Nein“ zu sich selbst akzeptieren. Wenn jemand sagt, „das geht nicht“, dann kann man sich andere Wege suchen oder mit anderen Menschen versuchen, etwas umzusetzen. Denn solange man selbst daran glaubt, wird sich auch ein Weg finden.

Einige meiner besten Ideen kommen mir …
… definitiv beim Spazierengehen.

Der letzte Podcast, den ich gehört habe, war …
… irgendeiner, bei dem Peter Hahne zu Gast war. Die höre ich nämlich alle. Ich finde ihn sehr schlau und überraschend andersdenkend. Er ist so fundiert und reflektiert, das finde ich unglaublich wohltuend in der heutigen Zeit.