Dirndl-Trends 2026: Kristina Sprenger über Stil, Tradition und Persönlichkeit

Zwischen Tradition und Bühne: Kristina Sprenger im Gespräch

Schauspielerin Kristina Sprenger übernahm bei der FESCH in Salzburg eine Hauptrolle abseits der Kamera: als Botschafterin der Messe. Im Interview spricht sie über Dirndl-Trends 2026 und Tradition

Kristina Sprenger im Dirndl bei der FESCH Salzburg – Dirndl Trends 2026 mit blau-goldenem Mieder und modernem Trachtenlook
Dirndl Trends 2026: Kristina Sprenger zeigte auf der FESCH in Salzburg moderne Trachtenmode zwischen Tradition und zeitgemäßem Stil. Die gebürtige Tirolerin ist bekannt aus Serien wie „SOKO Kitzbühel“ und „Tage, die es nicht gab“.

Frau Sprenger, auf der FESCH haben Sie schon einen Einblick in die neuen Kollektionen gewonnen. Was erwartet uns im Frühjahr 2026?

Die Vielfalt ist beeindruckend, und dennoch erkenne ich klare Trends. Besonders gefällt mir der monochrome Stil: Mieder, Rock und oft auch die Bluse in derselben Farbe – sehr edel, besonders in Pastelltönen wie Salbei, Buttergelb oder Pfirsich. Spannend sind die Blusen, oft opulent mit Perlen oder Stickereien. Auch die nostalgischen 50er-Jahre-Silhouetten der Kleider gefallen mir.

Sie tragen selbst regelmäßig Dirndl. Seit wann?

Schon seit meiner Kindheit. Mein Vater war bei den Schützen, meine Schwestern und ich Marketenderinnen – wir marschierten bei den Festzügen mit, trugen Blumenkörbchen und halfen den Schützen bei ihren Aufgaben.

Wie viele Dirndl besitzen Sie heute?

Mindestens zehn, das älteste ist mehr als 20 Jahre alt. Ein Dirndl gibt man nicht weg – man variiert es mit Blusen, Schürzen oder Schmuck und erhält so immer einen neuen Look. Tracht ist langlebig und nachhaltig. Meine Tochter Rosa wird sicher auch einmal das eine oder andere Dirndl von mir tragen.

Was bedeutet Tracht für Sie persönlich?

Sie ist Teil meines Lebens. Man muss aber unterscheiden: Eine regionale Tracht ist etwas sehr Spezifisches, oft maßgefertigt und eng an eine Region gebunden. Das ist für mich ein starkes Symbol für Verbundenheit mit der Familie und mit dem alpinen Raum. Hier auf der Messe sehen wir Trachtenmode, die viel Freiheit bietet. 

Wie meinen Sie das?

Ein Cocktailkleid mit Sneakers und Jeansjacke wirkt schnell schief. Beim Dirndl darf man das. Früher war das undenkbar, heute ist es selbstverständlich. Diese Öffnung macht Tracht zeitgemäß.

Als Schauspielerin schlüpfen Sie oft in neue Rollen – gilt das auch für Tracht?

Rollen verkörpere ich auf der Bühne, aber Tracht muss authentisch sein. Sobald ich mich verkleidet fühle, funktioniert es nicht. Ich finde, Tracht sollte die Persönlichkeit widerspiegeln Wie viel Muster, wie viele Accessoires, wie auffällig man es mag – das ist total individuell. Hauptsache, man fühlt sich wohl.

Bedeutet das, dass Trachtenmode für alle zugänglich sein sollte?

Absolut. Man muss nicht aus einer Region stammen oder in der fünften Generation dort verwurzelt sein, um sie zu tragen, denn Tradition gehört niemandem exklusiv.

Es ist Ihnen also wichtig, Haltung zu zeigen?

Genau. Als Schauspielerin bin ich überzeugt: Kunst ist immer Haltung, denn man macht Meinungen sichtbar und übernimmt damit Verantwortung. Das gilt auch für Tracht. Ich als Österreicherin mit einer polnischen Mutter kann genauso Trachtenbotschafterin sein wie eine Kollegin aus Japan oder jemand mit afrikanischen Wurzeln. Offenheit und Tradition schließen sich nicht aus, nur so bleibt Tracht lebendig.