Editorial #7 / Gegenwart tragen
Editorial #7
Gegenwart tragen
Es gibt Saisonen, in denen sich etwas verschiebt – nicht laut, nicht spektakulär, sondern leise. Frühjahr/Sommer 2026 ist für uns genau so eine Saison. Mode und Tracht nähern sich einander an, nicht in der Form, sondern in der Haltung.
Bei den Shootings für diese Ausgabe haben wir oft gedacht: Genau so fühlt sich Gegenwart an. Leichte Silhouetten, klare Farben, entspannte Haltungen. Nichts ist überhöht, nichts angestrengt. Mode begleitet – sie dominiert nicht. Und vielleicht ist das die größte Veränderung unserer Zeit.
Diese Haltung zeigt sich auch im Umgang mit Farbe. Leise Nuancen wie die Pantone Farbe des Jahres Cloud Dancer stehen für Balance und Zurücknahme. Gleichzeitig gewinnt Farbe wieder an Kraft – in präzisem Color-Blocking, in sattem Grün, das sich als „neues Neutral“ etabliert. Farbe wird nicht Effekt, sondern Entscheidung. Klar, bewusst, zeitgemäß.
Auch Accessoires folgen diesem Gedanken. Sonnenbrillen setzen auf Reduktion statt Lautstärke. Die Weekender-Tasche wird zum Symbol eines neuen Luxusverständnisses: für kurze Auszeiten, für bewusste Reduktion, für das Wissen, dass Qualität oft im Weniger liegt.
Parallel dazu zeigt sich ein deutlicher Wandel in der Tracht. Sommer 2026 interpretiert sie leichter, moderner und persönlicher als je zuvor. Weg von folkloristischen Zitaten, hin zu zeitgemäßer Identität. In Gesprächen mit Gestaltern wie Maximilian Gössl oder Julia Müller vom Label Fuchsdeifeswuid, im Atelier von Wolkenstricker oder im Interview mit Schauspielerin und FESCH Botschafterin Kristina Sprenger wurde uns eines besonders klar: Tracht muss die Persönlichkeit widerspiegeln. Sie darf modern sein, reduziert, selbstbewusst – und bleibt dabei tief verwurzelt.
Was Mode und Tracht in dieser Saison verbindet, ist der bewusste Umgang mit Zeit. In handwerklicher Präzision. In nachhaltiger Produktion. In Formen, die bleiben dürfen. Qualität wird nicht über Geschwindigkeit definiert, sondern über Haltung.
Dieses Magazin lädt dazu ein, genauer hinzusehen. Auf Mode, die nichts beweisen will. Auf Tracht, die nicht erklärt werden muss. Und auf einen Stil, der leise ist – und gerade deshalb präsent.
Viel Vergnügen beim Lesen!
Ihr FESCH Team
FESCH samma
Fesch – umgangssprachlich: auf Menschen ansprechend, anziehend wirkend.
Betonung – deutsch: fesch, österreichisch: [feːʃ ]
Wir hoffen, dass FESCH im besten Wortsinn auf Sie ansprechend und anziehend wirkt.
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FOTO: Jens van Zoest (o.), Produktion & Styling: Oliver Rauh